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Charlotte Buchholz


"Wenn sich die Welle legt"

Bei vier Lesungen aus ihren 2020 veröffentlichten Kurz-geschichten konnte Charlotte Buchholz nach dem langen Lockdown Zuhörer mit ihren Geschichten erfreuen, ihr neues Buch bekannt machen - und natürlich gab es auch Käufer.


Wann und wo waren die Lesungen?
29. September 2020 im ASZ Cracau in Magdeburg
09. Oktober 2020 in der Buchhandlung Metzing in Klötze
11. Oktober 2020 im Kunsthof Molmerswende/Harz

15. Oktober 2020 im PIK ASZ Leipziger Straße in Magdeburg


Die Lesungen wurden gefördert vom Kulturwerk der Schriftsteller, vom Land Sachsen-Anhalt innerhalb der Landesliteraturtage und vom Lesefonds des Fördervereins Buch.

 


Public Poetry Scream am Hundertwasserhaus


Mit der letzten Folge des Projekts vom Förderverein er Schriftsteller konnte das neue Format sehr erfolgreich beendet werden. Es hatte sich im Laufe der Zeit eine kleine Gemeinschaft gebildet; die Magdeburger Lyrikerin Helag Schettge war sogar ohne Unterbrechung zwölfmal dabei. Es gab sogar musikalische Beiträge und alle hoffen auf Fortsetzung im nächsten Jahr. 
Moderatoren des Fördervereins waren: Herbert Beesten, Torsten Olle, Lars Johansen, Mieste Hotopp-Riecke und Ammar Awaniy, Charlotte Buchholz, Lothar Günther, Karsten Steinmetz und Clemens Esser.


„Wer bist du?

Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?

Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?

Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?

Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?

Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet.

Warum bist du am Hinterkopf kahl?

Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,

wird mich auch keiner von hinten erwischen

so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?

Euch Wanderern zur Belehrung.“

Johannes Gründel



»KAIROS» - Wie ein Fundstück zum Motto wurde


Als ich »KAIROS«, dem Hauptstück der ständigen Ausstellung im Benediktinerinnenkloster Trogir, Kroatien, im Urlaub an einem sehr heißen Tag im kühlen Klosterraum gegenüber stand, war ich verzaubert. Eine freundliche Nonne hat die Figur in Gips behutsam verpackt, und ich habe sie mit nach Hause genommen. Wie vielen günstigen Augenblicken - sie treten uns schicksalhaft und natürlich unangekündigt entgegen - bin ich wohl in meinem Leben schon begegnet und habe sie verpasst?


Die Kairos-Geschichte der griechischen Mythologie begleitet mich jedenfalls seither durch das Leben. Sie spricht auch davon, dass es neben der gemessenen, der offensichtlichen Zeit - für die Chronos steht - einen weiteren Aspekt gibt: eine Zeitqualität. Vielleicht ist es eine hohe Kunst zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist? Ich bin auf jeden Fall dankbar, erkannt zu haben, dass ich in dem mir verbleibenden Leben literarisch schreiben muss.  


Foto: Hl. St. Laurentius, Trogir