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Charlotte Buchholz

"Wenn sich die Welle legt"

Am 29. September 2020 um  15:30 Uhr liest Charlotte Buchholz im ASZ Cracau, Zetkinstraße 17, 39114 Magdeburg aus ihren im März erschienenen Kurzgeschichten.
Die Lesung ist Teil der diesjährigen Lesereihe des Kulturwerks der Schriftsteller Sachsen-Anhalt, gefördert vom Land Sachsen-Anhalt.

Der Eintritt ist frei.
Wer schon einmal in einige der Geschichten hineinlesen möchte, in der Rubrik Leseproben sind Ausschnitte aus drei der Geschichten zu finden.


Public Poetry Scream am Hundertwasserhaus


Nach dem gelungenen Auftakt zum Public Poetry Scream habe ich am
12. September um 14 Uhr hat Uschi Günther, die ich stets begleite, die fünfte freie Lesebühne moderiert.  Wieder waren zehn Autoren am Mikro, darunter die 12jährige Jolanda Helene Fechner mit einem eigenen schönen Gedicht.  Die folgenden Moderatoren freuen sich auf weitere Autor*Innen. Großer Dank gilt wie immer der Inhaberin der Buchhandlung "Fabularium".
Bis zum 31. Oktober, immer von 14 bis 14:45 Uhr haben Text- und Lesefreudige die Gelegenheit. Am 10. Oktober werde ich als Moderatorin und vielleicht auch Vortragende - dann als Charlotte Buchholz - wieder mit dem Mikro dabei sein.


„Wer bist du?

Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?

Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?

Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?

Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?

Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet.

Warum bist du am Hinterkopf kahl?

Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,

wird mich auch keiner von hinten erwischen

so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?

Euch Wanderern zur Belehrung.“

Johannes Gründel



»KAIROS» - Wie ein Fundstück zum Motto wurde


Als ich »KAIROS«, dem Hauptstück der ständigen Ausstellung im Benediktinerinnenkloster Trogir, Kroatien, im Urlaub an einem sehr heißen Tag im kühlen Klosterraum gegenüber stand, war ich verzaubert. Eine freundliche Nonne hat die Figur in Gips behutsam verpackt, und ich habe sie mit nach Hause genommen. Wie vielen günstigen Augenblicken - sie treten uns schicksalhaft und natürlich unangekündigt entgegen - bin ich wohl in meinem Leben schon begegnet und habe sie verpasst?


Die Kairos-Geschichte der griechischen Mythologie begleitet mich jedenfalls seither durch das Leben. Sie spricht auch davon, dass es neben der gemessenen, der offensichtlichen Zeit - für die Chronos steht - einen weiteren Aspekt gibt: eine Zeitqualität. Vielleicht ist es eine hohe Kunst zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist? Ich bin auf jeden Fall dankbar, erkannt zu haben, dass ich in dem mir verbleibenden Leben literarisch schreiben muss.  


Foto: Hl. St. Laurentius, Trogir