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Charlotte Buchholz

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Landesliteraturtage 2018

 

Die diesjährigen Landesliteraturtage in ihrer 26. Auflage, ausgerichtet vom Saalekreis, stehen unter dem Motto "Thietmars Tinte und Leunas Licht". Der 1000. Todestag des Merseburger Bischofs Thietmar gibt den Rahmen, und es wird hinterfragt, was das Schreiben zu Zeiten Thietmars mit dem Heute verbindet. Zahlreiche Autoren aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus werden an verschiedenen Orten des Saalekreises darüber lesen, welchen Fragen sie in ihrem Schaffen nachgehen. Charlotte Buchholz wird - abweichend vom Programm - am 1. November 2018 um 15 Uhr in der Begegnungsstätte "Alte Post" in Löbejün aus ihren Kurzgeschichten lesen, die viel damit zu tun haben, wie man im Leben Entscheidungen trifft.

 

Lesetermine im Herbst

  • 24. September 2018: Eröffnung und Moderation der Interlese des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt in der Landesvertretung in Berlin
  • 01. November 2018: Lesung innerhalb der Landesliteraturtage, Wettin-Löbejün, Begegnungsstätte Altes Postgut
  • 05. November 2018: Szenische Lesung "Darf ich Ugo zu dir sagen?" Seniorenakademie in Halle, Katholischen Akademie des Bistumgs Magdeburg
  • 06. November 2018: Lesung und Gespräch: "Verpasst. Zehn Kurzgeschichten", Verein Miteinander mobil, Magdeburg, Kranichhaus
  • 26. November 2018: Lesung und Gespräch zu "Jans blinkende Welt. Auf der anderen Seite", AWO Suchtberatung

Auf Einladung der Stabsstelle Seniorenpolitik der Stadt Magdeburg zum Erzählcafé des Arbeitskreises "Senioren im Ehrenamt" waren Charlotte Buchholz und "Ugo" am 7. August zu Gast in der Seniorenresidenz "Am Eiskellerplatz". Mit ihrem Partner Lothar Günther hatte die Autorin einen Ausschnitt aus dem Programm "Darf ich Ugo zu dir sagen?" sowie die passende Musik aus der Zeit um 1900 mitgebracht. In der szenischen Lesung "spricht" Charlotte Buchholz mit ihrem Urgroßvater Hermann Buchholz, den sie kurzerhand "Ugo" nennt.

(Fotos: privat)

 

„Wer bist du?

Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?

Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?

Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?

Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?

Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet.

Warum bist du am Hinterkopf kahl?

Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,

wird mich auch keiner von hinten erwischen

so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?

Euch Wanderern zur Belehrung.“

Johannes Gründel

 

 

»Kairos» - Fundstück und Motto

 

 

Als ich »Kairos«, dem Hauptstück der ständigen Ausstellung im Benediktinerinnen-kloster Trogir, Kroatien, im Urlaub an einem sehr heißen Tag im kühlen Klosterraum gegenüber stand, war ich verzaubert. Eine freundliche Nonne hat die Figur in Gips behutsam verpackt, und ich habe sie mit nach Hause genommen. Wie vielen günstigen Augenblicken - sie treten uns schicksalhaft und natürlich unangekündigt entgegen - bin ich wohl in meinem Leben schon begegnet und habe sie verpasst?

 

Die Kairos-Geschichte der griechischen Mythologie begleitet mich jedenfalls seither durch das Leben. Sie spricht auch davon, dass es neben der gemessenen, der offensichtlichen Zeit - für die Chronos steht - einen weiteren Aspekt gibt: eine Zeitqualität. Vielleicht ist es eine hohe Kunst zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist? Ich bin auf jeden Fall dankbar, erkannt zu haben, dass ich in dem mir verbleibenden Leben literarisch schreiben muss.

 

Foto: Hl. St. Laurentius, Trogir