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Charlotte Buchholz

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       Lesetermine im Herbst


  • 12. September 2018: Lesung und Gespräch zu "Jans blinkene Welt. Auf der anderen Seite", AWO Suchtberatung, Angehörigenzeit
  • 01. November 2018: Lesung innerhalb der Landesliteraturtage, Wettin-Löbejün, Begegnungsstätte Altes Postgut
  • 05. November 2018: Szenische Lesung "Darf ich Ugo zu dir sagen?" Seniorenakademie Halle
  • 06. November 2018: Lesung und Gespräch: "Verpasst. Zehn Kurzgeschichten", Verein Miteinander mobil, Magdeburg, Kranichhaus
  • 26. November 2018: Lesung und Gespräch zu "Jans blinkende Welt. Auf der anderen Seite", AWO Suchtberatung

Charlotte Buchholz und "Ugo" waren am 7. August zu Gast in der Seniorenresidenz "Am Eiskellerplatz". Eingeladen hatte die Stabsstelle Seniorenpolitik der Stadt Magdeburg zu ihrem regelmäßigen Erzählcafé des Arbeitskreises "Senioren im Ehrenamt". Im Gespräch mit dem Leiter der Stabsstelle, Hans-Jürgen Villard, erzählte die Autorin, warum sie nach ihrer langjährigen journalistischen Tätigkeit im Ruhestand mit dem literarischen Schreiben begonnen hat, wie ihr neuer "Arbeitsalltag" aussieht und welche Schreib-Pläne sie hat. Um den ca. 50 Gästen im voll besetzten Café der Einrichtung näher zu bringen, woran sie derzeit u.a. arbeitet, hatte sie mit ihrem Partner Lothar Günther einen kleinen Ausschnitt aus dem Programm "Darf ich Ugo zu dir sagen?" sowie die passende Musik aus der Zeit um 1900 mitgebracht. In der szenischen Lesung "spricht" die Autorin mit ihrem Urgroßvater Hermann Buchholz, den sie kurzerhand "Ugo" nennt. Dabei kommt so manches zur Sprache: Worüber, wann und wie hat der Lyriker - im Hauptberuf Prokurist der Berlin-Gubener Hutfabrik - geschrieben? Wie standen seine Frau und die Familie zu seinem Schreiben? Wie hat sich die Sprache in einhundert Jahren verändert? Wie war das damals mit den Verlagen? Wie hat Hermann Buchholz die politischen Verhältnisse der Zeit wahrgenommen?

Herzlichen Dank Herrn Villard für die Einladung und der Seniorenresidenz mit ihrer Leiterin Cornelia Stegemann, die alles perfekt vorbereitet hatte. Es war eine herzliche Atmosphäre und trotz des heißen Wetters waren die zwei Stunden kurzweilig. Zum Abschluss las die Autorin noch  eine ihrer Kurzgeschichten aus dem Band "Verpasst". 

(Fotos: privat)


„Wer bist du?

Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?

Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?

Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?

Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?

Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet.

Warum bist du am Hinterkopf kahl?

Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,

wird mich auch keiner von hinten erwischen

so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?

Euch Wanderern zur Belehrung.“

Johannes Gründel



»Kairos» - Fundstück  und Motto



Als ich »Kairos«, dem Hauptstück der ständigen Ausstellung im Benediktinerinnen-kloster Trogir, Kroatien, im Urlaub an einem sehr heißen Tag im kühlen Klosterraum gegenüber stand, war ich verzaubert. Eine freundliche Nonne hat die Figur in Gips behutsam verpackt, und ich habe sie mit nach Hause genommen. Wie vielen günstigen Augenblicken - sie treten uns schicksalhaft und natürlich unangekündigt entgegen - bin ich wohl in meinem Leben schon begegnet und habe sie verpasst?


Die Kairos-Geschichte der griechischen Mythologie begleitet mich jedenfalls seither durch das Leben. Sie spricht auch davon, dass es neben der gemessenen, der offensichtlichen Zeit - für die Chronos steht - einen weiteren Aspekt gibt: eine Zeitqualität. Vielleicht ist es eine hohe Kunst zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist? Ich bin auf jeden Fall dankbar, erkannt zu haben, dass ich in dem mir verbleibenden Leben literarisch schreiben muss.  


Foto: Hl. St. Laurentius, Trogir