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Charlotte Buchholz

Darf ich Ugo zu dir sagen? 

Szenische Lesung im Albertus-Magnus-Forum, Franziskanerkloster Halberstadt

Das fiktive Gespräch mit "Ugo", dem verstorbenen Urgroßvater der Autorin, drehte sich in Halberstadt in besonderem Maß auch um den in Quedlinburg geborenen Schriftsteller und Vertreter des konsequenten Naturalismus Johannes Schlaf. Der Urgroßvater könnte ihn in seiner Berliner Zeit getroffen haben. Sie könnten gemeinsame Gesprächspartner gehabt haben, denn beide kannten den Literaten und Literaturwissenschaftler Adalbert von Hanstein. Ugo bekannte sich dazu, eher am Bewährten festhalten zu wollen, gab aber zu, dass es ja auch die Vorwärtsdrängenden Autoren geben müsse.   

Lesung in der Privaten Fachschule

für Wirtschaft und Soziales Malchow

Am 27. Februar 2019 Lesung in drei Klassen der Privaten Fachschule in Malchow: Es ergaben sich interessante Gespräche mit den Jugendlichen. Lebhaft stellten sie ihre Fragen über das Glücksspiel, aber auch darüber, wie die Autorin auf das Thema gekommen ist. Zum Online-Spielen wussten nicht alle, dass jeder Online-Anbieter eigentlich illegal ist, auch wenn die Teilnahme selten geahndet wird, weil es keine klaren gesetzlichen Regelung gibt.


Auszug aus einem Kapitel:
"Du lässt dich wegsacken. Sag mir, ob du weiter spielst und was mit deinem Geld ..." "Ach, so ist das, Jana. Geld, das liebe Geld. Ohne Moos nichts los? Ohne bin ich für dich nicht interessant, ist es das?" "Bisher war es nicht so, Jan, das weisst du. Aber wenn du von deinem Leben nicht mehr willst als diese Spielbude. Was ich will, geht anders." Er steht auf und starrt angestrengt nach draußen. Da ist nur Dunkel. ... Ihm wird mulmig. Er verlässt die Wohnung, hört nicht, was Jana noch sagt.

Rückblick 2018

Literarisch-Musikalisches

mit dem Duo Saitensprung im Fabularium, Hundertwasserhaus in Magdeburg


Vom Geschichtenlied zu gelesenen Geschichten bewegte sich das Programm der Autorin und des Duos Saitensprung in unterhaltsamen 90 Minuten vorwärts und endete mit einer heiteren (Nicht)-Weihnachtlichen Geschichte. Das Repertoire des Duos reichte von Titeln aus der Feder von Rajmund Barborka über Stephan Stoppok bis zu Gerhard Gundermann. Die Autorin fand von den Geschichten in den Liedern stets eine Brücke zu ihren gelesenen Geschichten und gestattete ab und zu auch einen Blick hinter die Geschichten.

Die Inhaberin der Buchhandlung "Fabularium", Dorle Lange, war eine charmante Gastgeberin. 

Zur Buchmesse hatten wir einen Dialog über das "Bauhaus-Ei" im Gepäck, siehe auch als Text im aktuellen Heft der "Schreibkräfte".


„Wer bist du?

Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?

Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?

Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?

Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?

Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet.

Warum bist du am Hinterkopf kahl?

Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,

wird mich auch keiner von hinten erwischen

so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?

Euch Wanderern zur Belehrung.“

Johannes Gründel



»Kairos» - Fundstück  und Motto



Als ich »Kairos«, dem Hauptstück der ständigen Ausstellung im Benediktinerinnen-kloster Trogir, Kroatien, im Urlaub an einem sehr heißen Tag im kühlen Klosterraum gegenüber stand, war ich verzaubert. Eine freundliche Nonne hat die Figur in Gips behutsam verpackt, und ich habe sie mit nach Hause genommen. Wie vielen günstigen Augenblicken - sie treten uns schicksalhaft und natürlich unangekündigt entgegen - bin ich wohl in meinem Leben schon begegnet und habe sie verpasst?


Die Kairos-Geschichte der griechischen Mythologie begleitet mich jedenfalls seither durch das Leben. Sie spricht auch davon, dass es neben der gemessenen, der offensichtlichen Zeit - für die Chronos steht - einen weiteren Aspekt gibt: eine Zeitqualität. Vielleicht ist es eine hohe Kunst zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist? Ich bin auf jeden Fall dankbar, erkannt zu haben, dass ich in dem mir verbleibenden Leben literarisch schreiben muss.  


Foto: Hl. St. Laurentius, Trogir